75 TeilnehmerInnen kamen zum Informieren und Diskutieren nach Spital am Pyhrn
Arbeit als Existenzgrundlage, als sinnstiftendes Element und Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe im Leben. Geschichte und Zukunft der Arbeit standen von 20. bis 22. April 2012 unter dem Motto „Die Arbeit hoch?!“ im Zentrum der Frühlingswerkstatt im Hotel Freunde der Natur in Spital am Pyhrn. Das Besondere daran: Es gab parallel eine Frauenwerkstatt, eine allgemeine Frühlingswerkstatt und erstmals auch eine Jugendwerkstatt. Die Workshops, geleitet von namhaften ReferentInnen, boten Historisches, Aktuelles und Kontroversielles zum Thema (Erwerbs-)arbeit. Das Rahmen- und Abendprogramm ließ viel Raum für Diskussion, Information und Austausch. Die Kooperation bei dieser Veranstaltung war ein voller Erfolg, die 75 TeilnehmerInnen quer durch alle Altersschichten, vom „einfachen“ Mitglied bis zu MandatarInnen zeigten sich vom Programm begeistert und wollen nächstes Jahr – 2013 wird die Frühlingswerkstatt von 19. bis 21. April stattfinden – gerne wiederkommen.

In ihrer Begrüßung hob Landesfrauenvorsitzende NRin Sonja Ablinger hervor, wie wichtig es sei, dass Frauenfragen in die Gesamtpartei „einsickern“, um das Bewusstsein dafür zu schärfen. Auch die Auseinadersetzung mit den Anliegen der Jugend ist absolut wichtig und notwendig. „Wir werden uns daher in Zukunft jedes Jahr Zeit nehmen, um bei der Frühlingswerkstatt drei Tage lang über ein bestimmtes Thema nachzudenken, zu diskutieren und Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. „Es muss uns gelingen, in der gegenwärtigen Situation eine bestimmende Kraft zu sein. Dafür ist es notwendig, sich profund mit inhaltlichen Themen auseinanderzusetzen und Perspektiven zu entwickeln, was der SPÖ gut tut um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Dadurch, dass die Jugendorganisationen in die Planung miteingebunden waren, war das Programm auch für viele Jugendliche interessant, freute sich SJ-Vorsitzende Fiona Kaiser.
Stv. Bildungsvorsitzender Bernd Dobesberger hob hervor, wie wichtig es sei, im Rahmen von SPÖ-Bildungsveranstaltungen Schwerpunktthemen aus den unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.
Organisation und Ablauf der Frühlingswerkstatt unter der Federführung der Renner Instituts OÖ klappten reibungslos, freute sich RI-Landesstellenleiterin Annemarie Obermüller über das sehr positive Feedback der TeilnehmerInnen.
Dagmar Andree präsentierte bei der Eröffnung kurz die Ergebnisse aus dem morgen.rot-Prozess zum Thema Arbeit. Gerade angesichts der sich verändernden Arbeitswelt und der Diskussionen um die Anhebung des faktischen Pensionsalters sei es wichtig, dass alle Menschen intakte Chancen und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben, Zeit für Aus- und Weiterbildung und je nach Lebensphase das Recht auf Vollzeit/Teilzeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren und ebenso Zeit/Freizeit für sich selbst.
Die moderne Arbeitswelt ist gekennzeichnet von Wandel und Unsicherheiten. Ohne Existenz sichernde Beschäftigung ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schwierig, zum Teil unmöglich. Auch die SPÖ muss den Begriff Arbeit neu überdenken und um einige Aspekte erweitern, um an die Lebenswelten der Menschen anzuknüpfen und deren Leben durch politisches Engagement zu verbessern.

Sozialdemokratische Ideen und Forderungen zu Leben und Arbeit, die im Rahmen des morgen.rot-Prozesses entwickelt wurden, sind unter anderem:
• Ein Recht auf Arbeit und Erwerbsarbeit, die sich finanziell lohnt und ein Leben ohne Armut gewährleistet.
• Gesunde Arbeit, die weder psychisch noch physisch krank macht.
• Soziale Absicherung durch einen Mindestlohn von 1500 Euro brutto bei Vollerwerbstätigkeit, eine existenzsichernde Höhe des Arbeitslosengeldes und der Mindestsicherung sowie Pensionen, die den Lebensstand sichern.
• Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit.
• Öffentliche Auftragsvergabe und Wirtschaftsförderung an betriebliche Gleichstellungsmaßnahmen koppeln.
• Ausbau des arbeitsrechtlichen Schutzes auch für freie DienstnehmerInnen, neue Selbständige und Leasingkräfte.
• 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und Einführung einer sechsten Urlaubswoche
• Recht auf lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung und mehr Zeitsouveränität für ArbeitnehmerInnen.
• Stärkung der betriebsrätlichen Mitbestimmung.
• Streichung des PartnerInneneinkommens bei der Anrechnung der Notstandshilfe.

Am Abend des ersten Tages stand ein Filmabend auf dem Programm. Der Film „Einstweilen wird es Mittag“ von Karin Brandauer beleuchtet die Lebensbindungen von Menschen in Weissenberg, die Anfang der 30-er Jahre durch den Konkurs einer Textilfabrik arbeitslos wurden und beruht auf den Erlebnissen sowie einer daraus resultierenden Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ der österreichischen SoziologInnen Marie Jahoda, Paul Lazersfeld und Hans Zeisel.
Bei einem Kamingespräch: „Die Arbeit hoch – die Arbeit hoch?“ am zweiten Abend der Frühlingswerkstatt gingen Landesparteivorsitzender LH-Stv. Josef Ackerl, Behindertenanwalt Erwin Buchinger (ehem. Sozialminister) sowie deutsche Ökonomin und Wirtschaftspublizistin Friederike Spiecker unter der Moderation von Fiona Kaiser der Frage auf den Grund, wie die Sozialdemokratie in Österreich und Europa auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit reagieren kann bzw. muss. Der Landesparteichef kritisierte das Fehlen einer gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU-Staaten und forderte eine Grundsatzdebatte zur Beschäftigungspolitik ein. Ausgebaut werden müsse vor allem die überbetriebliche Berufsausbildung, betonte Ackerl. Friederike Spiecker stellte klar, dass ohne eine solidarische Lohnpolitik die Eurokrise in Europa nicht zu bewältigen sein werde. Dafür ist es notwendig, dass die Sozialdemokratie den Gewerkschaften den Rücken stärkt und die auseinander driftende Wettbewerbsfähigkeit der EU-Staaten wieder zusammengeführt wird.
Eine neue Vollbeschäftigungs- und Mindestlohnpolitik sowie eine bedarfsorientierte Grundsicherung sind für Erwin Buchinger ein Gebot der Stunde.
„Die Beschäftigten sind die Mehrheit, darauf müssen wir uns besinnen!“, so der Tenor aller DiskussionsteilnehmerInnen. Es gelte die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen und Gestaltungskraft zu zeigen, damit die Menschen der Sozialdemokratie vertrauen, betonte Josef Ackerl.

Geschichte und Zukunft der Arbeit stehen heuer im Zentrum der Frühlingswerkstatt. Die Workshops bieten Historisches, Aktuelles und Kontroversielles zum Thema (Erwerbs-)arbeit.
Das Besondere daran: Es gibt parallel eine Frauenwerkstatt, eine Jugendwerkstatt und eine allgemeine Frühlingswerkstatt. Das Rahmen- und Abendprogramm lässt viel Raum für Diskussion, Information und Austausch.
Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen.

LH-Stv. Josef Ackerl
Landesparteivorsitzender
Dr.in Brigitte Leidlmayer, MAS
Landesbildungsvorsitzende

NRin Sonja Ablinger
Landesfrauenvorsitzende
Fiona Kaiser
SJ-Landesvorsitzende


Mag.a Dagmar Andree ist Sozialrechtsexpertin der AK OÖ und Vorsitzende des Frauenhauses Linz.

Prof. Dr. Klaus Dörre ist Gründungsmitglied des „Institut Solidarische Moderne“ und Professor für Arbeitssoziologie in Jena.

Mag. Rudolf Moser ist Experte für Arbeitsmarktpolitik der AK OÖ und Mitglied des Landesdirektoriums des AMS OÖ.

Dr. Fritz Bauer ist Leiter der Abteilung Bildung und Kultur in der AK OÖ.

Ing. Reinhold Entholzer ist AK-Vizepräsident und FSG-Vorsitzender und hat zentral am morgen.rot Themenheft Arbeit mitgewirkt.

Mag.a Sybille Pirklbauer ist Politikwissenschafterin und Mitarbeiterin der Arbeiterkammer Wien, Abteilung „Frauen - Familie“.

Rainer Wimmer ist Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE und gebürtiger Hallstätter.

BM a.D. Dr. Erwin Buchinger ist ehemaliger Sozialminister und seit 2009 österreichischer Behindertenanwalt.

Dr.in Sylvia Hahn ist Historikerin und Vizerektorin an der Universität Salzburg.

Dipl.-Volksw.in Friederike Spiecker arbeitet als freie Wirtschaftspublizistin zu Fragen der inter-/nationalen Wirtschaftspolitik.

Bernd Dobesberger ist stellvertretender Bildungsvorsitzender und Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich.

Mag.a Ingrid Moritz ist Leiterin der Abteilung „Frauen - Familie“ in der AK Wien.

Bettina Stadlbauer ist Geschäftsführerin der ÖGB-Frauen OÖ und unterstützt Frauen für die konkrete Betriebsratsarbeit.
Das Sounds like Music der AKS ist das größte Schulfest in Österreich und wird heuer in der Tips-Arena über die Bühne gehen.
4.000 SchülerInnen strömen dabei in die allseits bekannte Halle und werden einen Abend voll Musik, Spaß und Politik erleben.
1. Juni 2012
ab 19.00 Uhr
Tips-Arena
Die Erneuerung der SPÖ Oberösterreich wurde 2009 unter dem Namen morgen.rot ins Leben gerufen. Im ersten Halbjahr 2010 wurde Kritik und Feedback gesammelt: Über 2.800 Menschen haben an 167 morgen.rot-Veranstaltungen teilgenommen, und mehr als 8.000 Mitglieder haben sich an der schriftlichen Befragung beteiligt.
Politik lebt von der Beteiligung möglichst vieler Menschen. Das gilt für den demokratischen Prozess im Allgemeinen, aber auch für die SPÖ im Speziellen. Auf die Menschen zugehen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und sie in Entscheidungen einbinden, nur so können wir ...mehr